Kotopoulo Lemonato

Kotopoulo Lemonato („Κοτόπουλο λεμονάτο“, wörtlich „zitroniges Huhn“) ist eines dieser griechischen Ofengerichte, bei denen Huhn und Kartoffeln zusammen in einer Form garen und sich dabei gegenseitig mit Aroma versorgen. Die klassische Version ist reduziert: Zitrone, Olivenöl, Oregano, Knoblauch, vielleicht etwas Wein zum Ablöschen. Wir zeigen eine etwas reichhaltigere Variante, bei der das Huhn zusätzlich mit Senf und Honig mariniert wird.

Wir verwenden Hähnchenkeulen, in Ober- und Unterkeule geteilt. Das Fleisch an der Keule verträgt die relativ lange Garzeit deutlich besser als Brustfleisch und trocknet dabei nicht aus. Hier könnt ihr nachlesen, wie man die ganzen Keulen am Gelenk durchtrennt.

Zunächst bereiten wir die Marinade zu, die später zugleich als Sauce dient. Eine große Zitrone wird heiß abgewaschen, die Schale dünn abgezogen (nur das Gelbe, ohne das bittere weiße Mark) und der Saft ausgepresst. Olivenöl, Weißwein, Wasser, Honig, mittelscharfer Senf, Knoblauch, Thymian, Oregano, Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle sind die weiteren Zutaten.

Der Knoblauch wird geschält, dann machen wir es uns einfach und pürieren alles in unserer kleinen Moulinette, ein Küchengerät, das wir sehr empfehlen. Wir bekommen nichts dafür, es ist einfach gut und die Empfehlung damit wert. Das feine Zerkleinern der Zeste setzt deutlich mehr ätherisches Öl frei als grobes Abreiben und macht die Marinade intensiver.

Das Hähnchen wird in dieser Marinade über Nacht im Kühlschrank eingelegt. Ein Hinweis dazu: Zitronensäure beginnt bei so langem Kontakt, die Oberfläche des Fleisches leicht anzugaren, ähnlich wie bei Ceviche. Das ist hier unproblematisch, weil das Huhn anschließend ohnehin lange geschmort wird. Bei kürzeren Garzeiten würde man die Marinierdauer aber auf zwei bis drei Stunden begrenzen.

Am nächsten Tag schneiden wir festkochende Kartoffeln in große Spalten und bräunen sie in etwas Olivenöl bei mittelhoher Hitze in der Pfanne von allen Seiten an. Das lohnt sich: Würde man die Kartoffeln roh in den Ofen geben, würden sie eher gedünstet und blieben blass. Manche Rezepte lösen das Problem, indem das Huhn herausgenommen wird, während die Kartoffeln weiter rösten – so wie hier beschrieben ist es aber einfacher.

In dieser Zeit wird der Ofen auf 200 °C Ober- / Unterhitze vorgeheizt.

Die gebräunten Kartoffeln kommen in eine ofenfeste Form…

…das marinierte Huhn wird darauf verteilt…

…und die gesamte Marinade darübergegossen. Dann muss die Form fest mit Alufolie verschlossen werden.

So wird das für 45 Minuten im vorgeheizten Ofen gebacken. Das abgedeckte Garen sorgt dafür, dass sich die Aromen von Huhn, Kartoffeln und Sauce verbinden, ohne dass zu viel Flüssigkeit verdampft. Das Huhn ist nun so gut wie durch, aber noch blass.

Die Folie wird entfernt, die Temperatur auf 220 °C erhöht und ab jetzt mit Umluft weitergebacken, bis das Huhn schön gebräunt ist und die Sauce sich etwas reduziert hat, bei uns etwa 30 Minuten. Alle 10 Minuten nehmen wir die Form kurz aus dem Ofen und übergießen das Huhn mit Sauce.

Das ist alles. Es dauert, braucht aber wenig Arbeit. Serviert wird immer mit einigen Löffeln der köstlichen Sauce.

Genießt es.

And may the taste be with you.

Zutaten (für 4 Personen):

Für das Huhn:

1,2 – 1,4 kg Hähnchenkeulen (in Ober- und Unterkeule geteilt)

1 große Zitrone (Saft und Zesten)

40 ml Olivenöl

100 ml Weißwein

100 ml Wasser

50 g Honig

50 g mittelscharfer Senf

4 Knoblauchzehen, fein gehackt

2 TL Thymian

2 TL Oregano

2 TL Salz

Schwarzer Pfeffer aus der Mühle (ca. 8 Umdrehungen)


Für die Kartoffeln:

1,2 kg festkochende Kartoffeln, in Spalten geschnitten

Olivenöl zum Anbraten

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