Mie Goreng bedeutet auf Indonesisch: „gebratene Nudeln“ (mie = Nudeln, goreng = gebraten). So wie Nasi Goreng (Rezept mit Erläuterungen zu speziellen Zutaten hier) „gebratener Reis“ heißt.
Die Ursprünge von Mie Goreng liegen vermutlich in den gebratenen Nudelgerichten der chinesischen Küche, die über Handelsrouten nach Südostasien gelangten. In Indonesien wurden sie adaptiert und angepasst – mit Sojasaucen wie Ketjap Manis, lokalen Chilis, Garnelenpasten und allem, was gerade bzw. saisonal so da war.
Heute ist Mie Goreng ein Nationalgericht Indonesiens, mit unzähligen regionalen und familiären Varianten. Es wird auf Märkten verkauft, zuhause gekocht und (leider) auch aus Massen von Instantpackungen serviert.
Wer auf „Bami Goreng“ trifft, hat es zumeist mit der der niederländisch-indonesischen Variante zu tun, ein Erbe der Kolonialzeit. Die ist meist öliger, fleischlastiger und damit schwerer als das Original.
Die typischen Zutaten sind zunächst Mie-Nudeln, das sind in Ostasien gebräuchliche Weizennudeln, es gibt sie mit und ohne Ei darin, dicker und dünner. Die kochen wir nach Packungsanweisung, gießen sie ab und vermengen sie mit ein wenig neutralem Öl, damit sie nicht verkleben. Außerdem verwenden wir Frühlingszwiebeln, von denen wir den weißen und den grünen Teil gesondert in Stücke schneiden (im Winkel von 45 Grad, für Schönheit), grob gehackten Knoblauch, Sojasprossen und in Streifen geschnittene Karotte sowie Weiß- oder Chinakohl.

Ob und welche Proteine in das Gericht gelangen, ist reine Geschmackssache. Bei Nasi Goreng haben wir uns für Garnelen entschieden. Heute kochen wir mit Huhn, was sehr typisch ist. Dazu kommt Ei, ebenfalls eine sehr häufige Zutat. Wir schneiden Hühnerbrust in Streifen angenehmer Größe und vermengen sie mit etwas Sojasauce, um sie zu marinieren. Natürlich kann man auch das fettere und aromatischere Fleisch von Keulen verwenden.

Mit den Gewürzen verhält es sich wie bei Nasi Goreng. Sambal Oelek, eine Garnelenpaste, Ketjap Manis und Sojasauce geben dem Gericht seinen charakteristischen Geschmack. Ketjap Manis ist sehr dickflüssig und süß und wird im Verhältnis 1:1 mit Sojasauce vermengt.

Der Wok wird wie stets richtig hoch erhitzt. Als erstes garen wir die Eier. Dazu geben wir neutrales Öl in den Wok und schwenken es einmal, damit dieser auf großer Fläche damit bedeckt ist. Wenn sich jetzt am Boden eine Pfütze von Öl bilden sollte, gießen wir dieses überschüssige Öl in ein Gefäß, es wird später wieder verwendet. Die verquirlten Eier gießen wir in den Wok und schwenken diesen erneut, damit sie sich weit und dünn verteilen.

Nach Sekunden sind sie gar, wir zerteilen sie mit dem Kochspatel und nehmen sie sofort aus dem Wok.
Falls nötig, wird ein wenig Öl ergänzt, dann braten wir das Huhn. Alles auf wirklich hoher Hitze, daher rasch und mit dem für den Wok typischen, leicht rauchigen Aroma.
Wer sich mit dem Garpunkt unsicher ist, zerteilt ein kleines Stück Huhn und sieht nach. Wir wollen es keinesfalls austrocknen, aber es darf natürlich auch im Inneren nicht mehr roh sein. Das dürfte rund eine Minute dauern, in der immer wieder gerührt wird.

Auch das Huhn nehmen wir aus dem Wok und rührbraten als nächstes den helleren Teil der Frühlingszwiebeln mit dem Knoblauch, bis es intensiv duftet, der Knoblauch aber nicht braun wird. Das dauert höchstens 30 Sekunden.

Darauf kommt das restliche Gemüse, das ebenfalls unter laufendem Rühren kurz gebraten wird, so dass es noch knackig bleibt (1 – 2 Minuten). Wenn nötig, wird wieder etwas Öl ergänzt, insgesamt bleiben wir damit aber sparsam.

Die Nudeln folgen und wir geben jetzt auch Sambal Oelek, Garnelenpaste und die Mischung der Sojasaucen darüber. Wer Ei vorbereitet hat, gibt auch dieses jetzt zurück in den Wok.

Dann wird sofort alles gründlich vermengt. Das geht am besten mit zwei Kochspateln oder auch langen Kochstäbchen oder einer Küchenzange. Als letzte Zutat wird der grüne Teil der Frühlingszwiebeln hinzugegeben.

Die Nudeln sollen die Sauce gründlich aufgenommen haben, leicht gebraten werden und alles soll möglichst gleichmäßig vermengt sein. Gegart werden muss nichts mehr, also geht auch das alles sehr schnell.
Serviert wird wie bei Nasi Goreng mit Rohkost, zum Beispiel Scheiben von frischen Tomaten und Gurken. Röstzwiebeln sind eine feine Ergänzung.

Genießt es.
And may the taste be with you.
Zutaten (für 2 Personen):
150 g Mie-Nudeln trocken
Optional: 2 Eier
Optional: 120 g Huhn (oder zum Beispiel auch Garnelen)
2 EL neutrales Pflanzenöl
4 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Karotte
Etwas Weiß- oder Chinakohl (oder auch Paprika, Bohnen etc.)
1 Handvoll Sojasprossen
1 – 2 TL Sambal Oelek (oder frische Chili nach Geschmack)
½ – 1 TL Garnelenpaste
1,5 EL Ketjap Manis
1,5 EL Sojasauce
Frische Rohkost, zum Beispiel Gurke und Tomate