Patatas a la Riojana

Passgenau zum unbestreitbar vollkommen verdienten Sieg von “La Roja”, der spanischen Fußballnationalmannschaft der Männer bei der Weltmeisterschaft, gibt es ein Rezept für ein traditionelles spanisches Gericht, das noch dazu mit den Nationalfarben Rot und Gelb aufwartet.

Die Patatas a la Riojana gehören zu den beliebtesten Gerichten der Rioja, dem berühmten Weinbaugebiet in den autonomen Regionen La Rioja, Baskenland und Navarra. Zusammen mit Caparrones (einem Bohneneintopf) und Chuletillas al sarmiento (Lammkoteletts über Rebzweigen gegrillt) sind sie ein ikonisches Gericht der Region. Der Ursprung wird im 19. Jahrhundert verortet und mit der Aufnahme der Kartoffel in Eintöpfe nach Napoleons Invasion in Verbindung gebracht. Zwar kam die Kartoffel bereits ab dem 15. Jahrhundert nach Europa, diente aber zunächst als Zierpflanze in Gärten. Erst der Hunger der Kriege führte Jahrhunderte später zu ihrem tatsächlichen Verzehr.

Man benötigt nur wenige Zutaten, die aber für ordentlich Geschmacksfülle sorgen: mehligkochende Kartoffeln und halbgeräucherte (semicurado) Chorizo, Zwiebel und Knoblauch, rote Paprika und Tomaten. Dazu natürlich Olivenöl, pikantes geräuchertes Paprikapulver (Pimentón), wenig Kräuter und ebenfalls nur wenig Essig.

Zwiebeln werden halbiert und mit der Faser in Streifen geschnitten, nicht unter 3 mm, Paprika in Streifen von etwa 4 mm. Knoblauch wird in dünne Scheiben geschnitten, Chorizo in 1 – 2 cm starke Scheiben, je nach Geschmack. Dabei ist wichtig, von den Chorizo vorher die Haut abzuziehen, die würde sonst unangenehm fest. Tomaten werden gewürfelt.

Die Technik, die den Unterschied macht, heißt chascar: die Kartoffeln werden nicht sauber durchgeschnitten, stattdessen schneidet man sie mit einem kleinen Messer nur teilweise ein und nützt die Messerklinge dann als Hebel, wodurch die Kartoffel bricht. Diese unregelmäßigen Bruchkanten lassen die die Kartoffeln mehr Stärke abgeben, so dass das Gericht sämiger wird.

Jetzt werden Zwiebeln, Paprika und Knoblauch in Olivenöl auf nur mittlerer Hitze langsam gebraten, für etwa 15 Minuten, weshalb die Temperatur auch nicht zu hoch sein darf. Das Gemüse soll intensiv duften und auch Farbe annehmen.

Nach 10 Minuten erst kommt die Chorizo hinzu und brät jetzt mit dem Gemüse also noch etwa 5 Minuten. Dabei wird immer wieder gerührt.

Nun wird mit Pimentón gewürzt, hier empfiehlt sich die schärfere Variante (picante, nicht dulce), dazu gibt man die gewürfelten Tomaten in den Topf, damit das Paprikapulver nicht verbrennt und bitter wird.

Eine sehr schöne Note bringen Lorbeerblätter. Manche verwenden sie, andere nicht – wir finden, dass das leicht bittere Aroma hervorragend die Süße von Zwiebeln und Paprika ausgleicht.

Dann werden auch die Kartoffeln hinzugegeben, dazu ein wenig Rotwein- oder Sherryessig und Wasser. Etwas frischer Thymian ist zu empfehlen.

So lässt man das sanft für 25 – 30 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln weich sind. Dabei gelegentlich rühren und schließlich mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das ist ländliches Gericht, jeder kocht es ein wenig anders. Also seid nicht allzu genau mit den Mengen, kocht auch nach Gefühl. Es wird in jedem Fall gelingen. Patatas a la Riojana sind sehr sättigend und wärmend. Trotzdem schmecken sie das ganze Jahr über hervorragend. Wir haben in Spanien im Juni gekocht, auch das passte bestens.

¡Qué aproveche!

And may the taste be with you.

Zutaten (für 4 Personen):

120 ml Olivenöl

2 mittlere Zwiebeln (ca. 300 g) und 2 große rote Paprikaschoten, in Streifen

6 Knoblauchzehen, in Scheiben

300 g Chorizo semicurado (vor dem Schneiden Haut abziehen)

2 – 3 TL Pimentón picante

3 – 4 Tomaten, gewürfelt

2 Lorbeerblätter (optional)

1 kg mehligkochende Kartoffeln

Ein Schluck Essig (Rotwein- oder Sherryessig)

2 TL frische Thymianblätter (alternativ auch getrocknet)

Salz und schwarzer Pfeffer

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