Hakka Noodles

Aus der indo-chinesischen Küchen haben wir bereits Chicken Manchurian beschrieben, ein Gericht, bei dem die chinesischen Elemente dominieren. Anders bei „Hakka Noodles“.

Der Begriff „Hakka“ ist in Indien zum Etikett für chinesisch inspiriertes Streetfood geworden, egal woher das Gericht stammt oder wie es sich entwickelt hat. Wer aber in Meizhou, der heutigen Heimat der Hakka in Südchina, „Hakka-Nudeln“ bestellt, bekommt etwas ganz anderes als in Kolkata oder Mumbai. Dort heißen sie Yanmian: frisch gekochte Nudeln, die nicht im Wok gebraten, sondern nur mit Schmalz, Fischsauce, frittiertem Knoblauch und Frühlingszwiebeln vermengt werden. An den Straßenecken Indiens bereitet man hingegen eine Art Chow Mein mit indischem Temperament zu.

Unsere Version greift auf die bengalische Küche zurück, schließlich ist Kolkata die Wiege der indo-chinesischen Küche. Statt einzelner Gewürze verwenden wir Panch Phoron, die bengalische Fünf-Saaten-Mischung aus Kreuzkümmel, Fenchel, Schwarzkümmel (Kalonji), Bockshornklee und Senfsaat.

Die Gewürze rösten wir für 30 Sekunden trocken in der Pfanne, dann zerstoßen wir sie nur grob in einem Mörser. Man muss die einzelnen Komponenten noch herausschmecken können, zerreibt sie also nicht zu einem Pulver. Dann bereiten wir die weiteren Aromaten vor: Ingwer und Knoblauch werden geschält und grob gehackt. Für eine typisch asiatische Würzsauce vermengen wir helle und dunkle Sojasauce, Essig und selbstgemachte Sriracha (oder eine andere Chilisauce eurer Wahl).

Man benötigt Weizennudeln chinesischer Art, in der Regel werden solche ohne Ei verwendet. Das können typische Mie- oder Chow-Mein-Nudeln sein. Sie werden nach Packungsanweisung gegart und sofort mit kaltem Wasser abgespült, damit sie nicht zu weich werden. Mit ein wenig Sesamöl vermengt kleben sie nicht aneinander.

Alle anderen Zutaten sind Gemüse, in feine Julienne geschnitten. Die Auswahl ist euch überlassen, wir empfehlen Weiß- oder Rotkohl (oder beides), Karotte, Paprika und rote Zwiebel. Sehr gut passen auch Mungbohnensprossen. Bei uns kommt grüne Chili hinzu und für Frische sorgen Frühlingszwiebeln.

Das ist eine schöne bunte Palette und wie ihr seht, entsteht hier ein vegetarisches oder veganes Gericht. Wer möchte, könnte noch Tofu oder Paneer hinzufügen – wir sind mit dem Gemüse zufrieden.

Das war schon fast die ganze Arbeit, denn das Gericht selbst ist blitzschnell gekocht. Man kann es im Wok oder in einer großen, beschichteten Pfanne zubereiten.

Wir erhitzen neutrales Öl, bis es heiß ist, aber noch nicht raucht. Dann geben wir das Panch Phoron hinein. Nach 10 Sekunden duftet es intensiv und wir lassen erst Zwiebel und nach einer Minuten Knoblauch und Ingwer folgen.

Noch eine Minute später folgen Karotte und Paprika, so wird das zwei bis drei Minuten rührgebraten. Das Gemüse soll etwas Farbe nehmen, aber knackig bleiben.

Jetzt folgt der Kohl, denn wir kochen mit zartem Spitzkohl. Wer den härteren Weißkohl oder Rotkohl verwendet, gibt den gleichzeitig mit den Karotten in den Wok. Auch die grüne Chili wird jetzt mitgebraten.

Wenn das Gemüse nach wenigen Minuten gegart ist, folgen Sprossen und Nudeln.

Dazu gießen wir die Würzsauce rundherum am Rand des Woks an, und schwenken alles gründlich durch. Als letztes folgen Frühlingszwiebel und ein Schuss Sesamöl.

Zum Anrichten bestreuen wir das Gericht gerne mit Sesam. Es lässt sich gut vorbereiten und dann blitzschnell kochen, damit eignet es sich auch ausgezeichnet für die schnelle Küche unter der Woche.

Genießt es.

And may the taste be with you.

Zutaten (für 2 Personen):

200 g Hakka-, Mie- oder Chow-Mein-Nudeln (für die vegane Variante ohne Ei)

1 EL Sesamöl für die Nudeln

2 EL neutrales Pflanzenöl zum Braten

2 TL Panch Phoron (zu gleichen Teilen Kreuzkümmel, Fenchel, Schwarzkümmel, Bockshornklee und braune Senfsaat, kurz geröstet und grob zerstoßen

1 rote Zwiebel

3 Knoblauchzehen

1 EL gehackter Ingwer

120 g Weiß- und/oder Rotkohl (oder Spitzkohl)

80 g Karotte

1 Paprika

1 Handvoll Mungbohnensprossen

2 – 3 Frühlingszwiebeln

1 EL helle Sojasauce

1 TL dunkle Sojasauce

1 EL Essig

Optional: Sriracha oder eine andere Chilisauce

2 TL Sesamöl

Zum Abschmecken:

Salz und schwarzer Pfeffer

Optional: Paneer (vegetarisch) oder fester Tofu (vegan)

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