Bei Udon-Nudeln denkt man oft an Brühe, doch Yakiudon ist das Gegenteil: gebraten und deftig aus der Pfanne. Und gerade deshalb ist es in Japan so beliebt: Als schnelles Gericht oder als improvisiertes Abendessen aus dem, was der Kühlschrank gerade hergibt.
„Yaki“ (焼き) bedeutet so viel wie „gebraten“ oder „gegrillt“, und „Udon“ steht für die dicken, weißen Weizennudeln, eine der ältesten Nudelsorten Japans. Dafür werden die Nudeln in der Pfanne mit Fleisch, Gemüse und einer Sauce gebraten, die zugleich süßlich, salzig und herzhaft ist. Wer kein Fleisch essen möchte, lässt es einfach weg. Yakiudon ist ein vollkommen flexibles Gericht, so wie auch Yakisoba.
Es ist eng verbunden mit der Welt der Izakayas – den japanischen Kneipen, in denen kleine Gerichte zu Bier oder Sake serviert werden. Es ist unkompliziert, schnell gemacht und sättigend. Die hier vorgestellte Version bringt Aubergine ins Spiel, was auf ein Rezept eines deutsch-japanischen Koches zurückgeht, den wir großartig finden.
Ohne Udon-Nudeln geht es natürlich nicht. Man kann sie vorgegart aber lange haltbar kaufen, ansonsten muss man sie vorkochen. Wir verwenden außerdem Rinderhackfleisch, Proteine wie bei Yakisoba wären aber ebenso klassisch. Zwiebel und Knoblauch sind obligatorisch, wir kochen außerdem mit Karotten (in feinen Streifen), Pak Choi und Pilzen (gröber geschnitten) und eben Aubergine (in Würfeln). Verwendet, was immer euch schmeckt oder die Saison bietet, nur behandelt es eben jeweils nach dem individuellen Garpunkt.

Garnieren und typisch japanisch aromatisieren werden wir am Ende mit Bonitoflocken (Katsuobushi) und gemahlenem getrockneten Seetang (Aonori)für den Geschmack des Meeres und Umami sowie mit Benishoga, dem eingelegten roten Ingwer, der Säure, Frische und sogar einen Hauch Schärfe beiträgt.

In wenig neutralem Öl und einer heißen Pfanne bräunen wir kurz das Rinderhackfleisch. Man legt es in die heiße Pfanne und lässt es liegen. Erst wenn es am Pfannenboden kräftig Farbe angenommen hat, wird es gewendet. Dann mit Salz und Pfeffer (schwarz und weiß funktionieren hier beide gut) würzen, wieder Zeit geben und jetzt erst mit dem Kochlöffel zu Krümeln zerdrücken und dann sofort aus der Pfanne nehmen.

Für unsere Version geben wir nun in weiterem Öl die gewürfelte Aubergine für 5 Minuten in die immer noch heiße Pfanne. Aubergine benötigt etwas Zeit um zu garen, gerührt wird nur gelegentlich. Dann lassen wir Zwiebel, Knoblauch und Karotten folgen, die kürzer gebraten werden, da sie alle nicht bräunen sollen. Gerührt wird nun etwas öfter bzw. wird die Pfanne geschwenkt.

Sind die Zwiebeln glasig und die Karotten ein wenig weicher geworden, folgen die zarteren Zutaten, hier Pilze und Pak Choi.

Ab jetzt wird kurz gebraten wie im Wok, das Gemüse bleibt auf hoher Hitze in Bewegung, damit es schnell gart, aber knackig bleibt. Dann kommen die gegarten Udon-Nudeln hinzu und sofort die Sauce, für die es mehrere Möglichkeiten der Zubereitung gibt. Die Versionen, die wir am Ende des Rezeptes in der Zutatenliste zeigen, verwenden keine vorgefertigten japanischen Saucen wie Tonkatsu-Sauce, die könnte man aber auch einsetzen.

Jetzt wird nur noch alles gut vermengt und erwärmt, zu Kochen ist nichts mehr. Dann servieren wir in vorgewärmten Schalen und zart bestreut mit unseren Aromaten Katsuobushi, Aonori und Benishoga.

Genießt es.
And may the taste be with you.
Zutaten (für 2 Personen):
Fleisch (optional):
1 EL neutrales Pflanzenöl
180 g Rinderhackfleisch
Salz und schwarzer Pfeffer
Gemüse (beispielhaft):
2 EL neutrales Pflanzenöl
1 Aubergine
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 große Karotte
1 Pak Choi
1 Handvoll Pilze
Offensichtlich unverhandelbar:
400 g Udon-Nudeln gegart (oder 200 g trockene Nudeln gekocht)
Sauce:
3 EL Sojasauce
1,5 EL Austernsauce
1,5 EL Ketchup
1 EL Worcestershiresauce
Alternative: Mentsuyu nach diesem Rezept
Toppings:
2 EL Katsuobushi
1 EL Aonori
2 EL Benishoga