Auberginen und Kichererbsen Tajine

Mit Tajine („طاجن“) bezeichnet man nordafrikanische Ton- oder Keramiktöpfe. Der Boden ist ein flaches Kochgeschirr, der Deckel ist geformt wie ein Kegel. Dadurch wird das Gericht sanft und ohne unnötiges Fett gekocht, wobei der Dampf im Topf zirkuliert. Er verdampft am Boden und kondensiert im Deckel.

So sieht unser Tajine aus:

Knallrote Schönheit

Das Wort Tajine bezeichnet auch Gerichte in Form von Eintöpfen, die genauso gekocht werden. Es gibt endlose Kombinationen, mit und ohne Fleisch, Fisch, Gemüse und mit (getrockneten) Früchten. Es gibt nicht das „eine“ Rezept für das „eine“ Tajine. Wir können nur die Technik erklären und Inspiration bieten. Dann liegt es an dir, alles zu kombinieren, wonach dir ist.

Mit Tajine zu kochen bereichert jede Küche. Es ist gesund, einfach und auch dann perfekt, wenn man vegetarisch oder vegan kocht. Wir empfehlen euch also, euch ein Tajine anzuschaffen.

Viele Tajine-Töpfe können nicht auf dem Induktionsherd benutzt werden. Sie können aber alle sehr gut im Ofen benutzt werden.

Wenn ihr kein Tajine habt, könnt ihr jedes ofenfeste Gefäß mit einem guten, dichten Deckel verwenden. Das Ergebnis mag aber etwas anders ausfallen.

Machen wir uns an die Arbeit:

Offensichtlich benötigen wir Auberginen und Kichererbsen. Wir hatten gerade keine Zeit, trockene Kichererbsen über Nacht einzuweichen, also benützen wir Kichererbsen aus dem Glas, eingelegt nur in Salzwasser.

Das ergänzen wir mit Karotten, Zwiebeln und Knoblauch (Ingwer gerne nach Geschmack). Zusätzlich verwenden wir Kartoffeln, um das sonst übliche Couscous als Beilage zu ersetzen. Wir wollten ein One-Pot-Gericht machen, das ganz von allein fertig wird, während wir einen Film schauen.

Alte Kartoffeln sind (immer noch) gute Kartoffeln

Entfernt den Stiel von den Auberginen und schneidet sie in Scheiben. Wir wollen ordentliche Auberginenstücke und schneiden die Scheiben deswegen etwas dicker.

Auberginen sind eines unserer Lieblingsgemüse

Jetzt könntet ihr einen Arbeitsschritt auch überspringen, aber wir empfehlen, es nicht zu tun. Dieser Schritt verbessert den Geschmack der Auberginen, aber auch ihre Textur.

Salzt die Scheiben großzügig von beiden Seiten (auf der Hautseite nicht, da bringt es nichts). Legt sie dann auf ein Küchenhandtuch. Sie werden jetzt einiges an Flüssigkeit verlieren.

Salzig

Nach mindestens 20 Minuten das Salz kurz unter laufendem Wasser abwaschen und die Scheiben trocken tupfen.

Schneidet die geschälten Kartoffeln in Spalten und legt sie in Wasser ein. So verändern sie ihre Farbe nicht.

Stärkig

Schneidet die Auberginen und Karotten nach eurem Geschmack.

Wir werden noch verschiedene Schneidetechniken (vor allem auch Japanische!) an anderer Stelle vorstellen.

Stellt euch beim Schneiden vor, wie das fertige Gericht aussehen soll

Schneidet die Zwiebeln. Sehr einfach geht das, wenn ihr erst die Spitze abschneidet und die Zwiebel dann längs halbiert. So ist es sehr leicht, die Schale von den beiden Hälften zu entfernen, während die Wurzel die Zwiebel noch zusammenhält. Dann schneidet ihr die Hälften der Länge nach ein, ohne die Wurzel durchzuschneiden. So könnt ihr die Zwiebel sehr einfach würfeln.

Vorsprung durch Technik

Schält und schneidet den Knoblauch (und etwas Ingwer, wenn ihr mögt). Wir haben den Knoblauch hier in etwas größere Stückchen geschnitten. Eine gute Technik, um Ingwer und Knoblauch zu schälen, erklären wir in dem Rezept „Besan ka puda“.

Hübsch gewürfelt

MIt nur wenig Olivenöl braten wir die Augberginen in der Pfanne an, so werden Geschmack und Textur noch einmal verbessert. Auch dieser Schritt ist optional, wir empfehlen ihn aber.

Golden brown, texture like sun

Alle Gemüsebestandteile außer Knoblauch und Zwiebeln wandern jetzt in das Tajine.

Halbe Rohkost

Ihr könnt jetzt Knoblauch und Zwiebeln hinzufügen, um ein veganes Gericht zu kochen. Wir haben uns entschieden, den Knoblauch und die Zwiebeln mit etwas Bio-Hackfleisch vom Rind anzubraten und das hinzuzugeben.

Vegane / vegetarische Abzweigung

Es wird Zeit zum Würzen. Wir empfehlen die traditionelle, nordafrikanische Gewürzmischung Ras el-Hanout (“رأس الحانوت“), die manchmal bis zu 30 (!) verschiedene Bestandteile enthält. Unsere Mischung enthält Kurkuma, Koriander, Piment, Zimt, Chilli, Pfeffer, Kardamom, Ingwer, Kumin, Fenchelsamen, Muskat, Sternanis, Orangenschale, Bockshornkleesamen und Lorbeerblatt.

Wir kochen heute für vier Personen und nehmen vier großzügige Teelöffel Ras el-Hanout sowie einen Extra-Löffel nur so. Wir geben zusätzlich etwas Chili bei, weil wir pikantes Essen lieben.

Man könnte noch Tomaten hinzufügen, wir wollten es aber weniger süß und eher erdig, wie die Farben des Maghreb. Deswegen haben wir auch noch etwas extra Kurkuma zugegeben.

In der Küche duftet es schon herrlich!

Düfte

Füllt das Tajine mit Wasser oder Brühe nach Geschmack, bis alle Zutaten gerade so bedeckt sind.

Es gibt einen simplen Trick, um die Salzmenge gerade richtig zu bestimmen. Salzt einfach das Wasser oder die Brühe und schmeckt ab, bevor ihr die Flüssigkeit verwendet. Wenn euch der Geschmack angenehm ist, wird das auch für das fertige Gericht gelten.

Schließt danach den Deckel des Tajine und stelle es bei 180 Grad in den Ofen. Vorheizen ist nicht erforderlich und wir vermeiden es auch, um das Gefäß zu schonen. Wenn ihr es eilig hast, könnt ihr den Ofen aber auch vorheizen, ein gutes Tajine sollte das definitiv aushalten.

Ohne Vorheizen brauchen die Kartoffeln eine Kochzeit von etwas über 40 Minuten.

Wir haben unser Tajine etwa 90 Minuten im Ofen gelassen, das war nach unserem Geschmack perfekt.

Ohne Worte

Lasst euch nicht täuschen, wenn ihr im Bild eine Sauce vermissen solltest. Durch die besondere Kochtechnik ist jeder Bestandteil dieses Gerichts unglaublich saftig. Nichts fehlt, und das ist der Zauber eines Tajine.

Genießt es.

And may the taste be with you.

Zutaten (für 4 Personen):

(hier gibt es eigentlich keine Regeln, dadurch ergeben präzise Angaben absolut keinen Sinn)

2 – 3 Auberginen, je nach Größe

2 – 3 Karotten

2 – 3 Zwiebeln

Ungefähr 5 Knoblauchzehen (und etwa 2 – 3 cm einer Ingwerwurzel nach Geschmack)

Kartoffeln nach Appetit

300 g Kichererbsen

Ca. 700 ml Salzwasser oder Brühe (abhängig von der Größe eures Tajine-Topfes)

Etwas Olivenöl

Ras el-Hanout

300 g Bio-Hackfleisch (optional)

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