Harira

Harira („حريرة“) ist eine köstliche Suppe des Maghreb und wird vor allem in Marokko häufig serviert. Sie wird insbesondere während des Fastenmonats Ramadan nach Sonnenuntergang gegessen, kann aber auch ein Frühstücksgericht sein.

Nahezu jede Familie wird ihr eigenes Rezept haben, es gibt unendlich viele Variationen und auch ihr seid natürlich völlig frei darin, eure persönliche Harira zu kreieren. Denkt also ja nicht, es gäbe das eine wirklich authentische Rezept.

Man kann selbstverständlich auch eine legitime und wunderbare vegetarische oder vegane Harira zubereiten.

Heute gibt es die schnelle Variante. Eine anspruchsvollere Version mit oder ohne Lammfleisch werden wir an anderer Stelle beschreiben.

Dafür verwenden wir Knoblauch, Ingwer und Zitrone für die Aromen und alles Wurzelgemüse, das wir gerade zuhause haben.

In unserem Fall sind das Karotten, Staudensellerie, eine Zwiebel, Paprika und ein kleiner Rest Petersilienwurzel. Alles ist erlaubt.

Zu Harira gehören auch Hülsenfrüchte und Tomaten. Wir verwenden heute Kichererbsen aus dem Glas und rote, türkische Linsen, die sehr schnell garen, sowie Strauchtomaten, aber jede andere Sorte wird auch wunderbar schmecken.

Was der Vorratsschrank hergibt

Das Wurzelgemüse schälen wir, bis auf den Staudensellerie, der nur gewaschen werden muss, und würfeln es in gleichmäßige Stücke nach unserem Geschmack. Es nicht zu fein zu schneiden, lässt es am Ende knackig bleiben.

Würfelei

Es gibt viele kluge Techniken, eine Paprika zu schneiden. Wir stellen hier die chinesische vor.

Exkurs

Zunächst einmal trennt man den Boden und den Deckel ab, und zwar knapp. Den Stiel kann man dann ganz leicht von innen aus dem Deckel drücken.

Saubere Sache

Jetzt schneidet man in den verbleibenden Körper der Paprika, legt sie auf die Wand der Frucht und trennt diese ringsherum vom Zentrum, in dem sich die Samen befinden.

Vorsprung durch Technik

Am Ende liegt die ganze Außenwand ausgebreitet da und kann sehr einfach weiterverarbeitet werden.

Ausgebreitet

In unserem Fall würfeln wir sie genauso wie das Wurzelgemüse.

Kennt ihr Ursus Wehrli?

Dasselbe gilt für die Tomaten.

Was für Farben

Schneidet Knoblauch und Ingwer in sehr kleine Würfel und zieht mit einem Sparschäler die Schale einer halben Zitrone ab – nur den gelben Teil, denn der weiße ist recht bitter. Und bei Zitrusfrüchten immer daran denken: Ungespritzte Bio-Produkte kaufen und vor der Verarbeitung heiß abwaschen.

Aromen

Die Zitronenschale schneiden wir jetzt erst in feine Streifen und dann in kleinste Würfel. Ihr könntet die Schale auch mit einer Reibe abhobeln, wir bevorzugen in diesem Fall aber kleine Stücke, damit der Geschmack der Zitrone noch stärker zur Geltung kommt.

Stücke der Schale von Zitrusfrüchten nennt man Zesten

Nun zum Herd. In einem großen Topf erhitzen wir auf mittelhoher Stufe etwas Olivenöl und schwitzen die Zwiebeln an. Wir fügen dabei gleich etwas gemahlene Chili hinzu, damit sich die Schärfe optimal im gesamten Gericht verteilt.

Es wird heiß

Als nächstes geben wir etwas Hackfleisch vom Rind hinzu und braten es an. Das ist natürlich optional.

Vegane / vegetarische Abzweigung

Fügt das harte Wurzelgemüse hinzu und schwitzt es wenige Minuten an.

Es baut sich auf

Die Paprika fügen wir erst danach hinzu, weil sie als weicheres Gemüse weniger Zeit zum Garen benötigt. Gleichzeitig geben wir Knoblauch, Ingwer und Zitronenschale bei.

Schlag auf Schlag

Nach wenigen weiteren Minuten sanften Rührens kommen die Hülsenfrüchte in den Topf und es wird gewürzt. Wir verwenden je einen Esslöffel Kreuzkümmel, Koriander und Ras el-Hanout. Außerdem geben wir einen Esslöffel spanischen Paprikapulvers hinzu, das eine sehr schöne rauchige Note bringt.

Schließlich verwenden wir eine weitere, ganz wichtige Zutat, ohne die es nach unserem Geschmack nicht geht – nämlich Harissa („هريسة“). Harissa ist eine ebenfalls aus dem Maghreb stammende, sehr scharfe Paste aus Chili, Kreuzkümmel, Koriander, Knoblauch, Salz und Olivenöl. Diese Paste hält sich nahezu ewig und wir empfehlen dringend, immer etwas davon im Haus zu haben.

Gewürzt

Alles wird gründlich vermengt und schließlich kommen noch die Tomaten hinzu. Man kann schon riechen, wie sich diese ganzen Geschmäcker verbinden und entfalten werden.

Noch zu trocken, aber so gut wie fertig

Nun gießen wir mit Brühe auf. Wir verwenden heute Hühnerbrühe, es könnte aber auch Gemüsebrühe oder schlicht gesalzenes Wasser sein, das ist Geschmackssache. Der Trick ist, gesalzene Flüssigkeit zuzugeben und diese vorher abzuschmecken. Stimmt der Salzgehalt für euch, gilt das später auch für das fertige Gericht.

Immer daran denken: Salz wieder herausnehmen geht nicht!

Nach ca. 45 Minuten sanften Köchelns sind die Linsen gar und es kann angerichtet werden. Es hängt allerdings immer von der Linsensorte ab, also prüft zuvor, wie lange diese benötigen werden. Solltet ihr Linsen verwenden, die deutlich länger brauchen würden, dann solltet ihr diese vorkochen, eure anderen Zutaten werden ansonsten nicht mehr sehr unterscheidbar sein.

Wir finalisieren unsere Harira mit Frische: Korianderblätter und Zitronenfilets. Dazu schneiden wir ca. 4 mm dünne Scheiben von einer Zitrone ab, entfernen die Schale und scheiden einige der kleinen, dreieckigen Kammern heraus, die den Saft der Frucht zusammenhalten.

Absolut köstlich

Genießt es.

And may the taste be with you.

Zutaten (für 4 Personen):

Merke: Jeder macht was er will, diese Angaben dienen nur der Orientierung.

200 g Linsen

200 g Kichererbsen

1 Zwiebel

1 – 2 Karotten

Einige Stängel Staudensellerie

Sonstiges Gemüse eurer Wahl

300g Bio-Hackfleisch (optional)

300 g Tomaten

1 Zitrone

1,5 l gesalzenes Wasser oder Brühe nach Geschmack

Etwas Olivenöl

Gewürze nach Wahl (Kreuzkümmel, Koriander, Ras el-Hanout, Paprika…)

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